Technologien (Auszug)



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Die erste vollständig programmierbare Maschine war - ein Webstuhl. Der französische Erfinder Joseph-Marie Jacquard hob sie 1805 aus der Taufe, indem er vorhandene Webtechniken geschickt kombinierte. Der sogenannte Jacquardwebstuhl war bereits digital. Die zu webenden Muster konnten mittels Lochkarten festgelegt werden. Die Karten wurden mit Nadeln abgetastet und auf diese Weise entschied sich, ob ein (farbiger) Faden eingewoben werden sollte oder nicht. Die programmierbaren Webmuster waren in ihrer Komplexität praktisch unbegrenzt.

Mehrere Erfinder entwickelten daraufhin mechanische Rechenmaschinen. Hauptzweck war es, den Angestellten in der Verwaltung ihre Arbeit zu erleichtern und Rechenaufgaben zu lösen. Die Maschinen waren jedoch häufig fehlerbehaftet, weil die mechanische Präzision nicht erreicht wurde. Noch wurde alles von Hand geschmiedet.

Einen Meilenstein zur Entwicklung eines "echten" Computers lieferte der britische Erfinder Charles Babbage. 1822 begann er mit der Konstruktion einer Differenzmaschine, die er im Laufe der Zeit zu einem universellen Computer ausbaute - allerdings nur auf dem Papier. Für seine "Analytical Engine", die aus 55.000 Teilen bestehen, 19 Meter lang und drei Meter hoch sein sollte, bekam er die Mittel nicht.

Die erste universell programmierbare Rechenmaschine, die tatsächlich gebaut wurde, ist die Z3 des deutschen Erfinders Konrad Zuse. Diese wurde 1941 gebaut und Zuse entwickelte dazu die Programmiersprache Plankalkül. In den 1950er Jahren wurden erstmals höhere Programmiersprachen entwickelt, die sich der menschlichen Denkweise besser anpassen. Darunter waren Fortran, Lisp und COBOL. Alle drei Sprachen und ihre Nachfolger finden in der heutigen Praxis immer noch Verwendung.

In den 1960er-Jahren entstanden die Sprachen Algol und - als Gegenentwicklung von IBM - PL/I. Während sich IBM in Nordamerika durchsetzen konnte, fand in Europa hauptsächlich Algol Verwendung. Viele neuen Ideen flossen in diese Programmiersprachen ein.

In den 1960er- und -70er-Jahren wurde eine Vielzahl neuer Programmiersprachen entwickelt. Ausschlaggebend war die rasante Entwicklung der Computertechnik, die bis heute anhält. Beispielsweise wurde 1964 die Sprache BASIC entwickelt, damit Studierende einen leichteren Einstieg in die Sprachen Algol und Fortran fanden.

In den 1970ern begann das Zeitalter der Heimcomputer. Die Bauteile wurden derart erschwinglich, dass sie auch von Privatleuten angeschafft wurden. Als einfache Programmiersprache war BASIC auch auf Heimcomputern verfügbar. 1972 wurde die Sprache C für das Betriebssystem Unix entwickelt. Sie hat ihre Wurzeln in Algol. Noch heute sind viele Bestandteile von Betriebssystemen in C programmiert.

In dieser Zeit ist auch die objektorientierte Programmierung aus den -60ern auf dem Vormarsch. Dabei werden nicht mehr technisch-, sondern eher logisch zusammenhängende Bestandteile im Quelltext gebündelt. Auch dieser Schritt passt die Programmierung zunehmend den menschlichen Denkstrukturen an. Die erste Programmiersprache, welche objektorientierte Strukturen möglich machte, war Simula, später verfeinert über Smalltalk. Letztere ist erstmals eingebettet in eine grafische Benutzeroberfläche.

Anfang der -70er-Jahre wurde zu Lehrzwecken die Sprache Pascal entwickelt. Sie basiert wieder auf Algol. Daneben entstand Prolog. Um die Softwareentwicklung im Team zu erleichtern, kam 1978 Modula-2 hinzu.

Auf Anlass des US-Verteidigungsministeriums entstand in den 1980er Jahren die Sprache Ada. Die objektorientierte Programmierung nahm weiter Fahrt auf und so wurden entsprechende Erweiterungen für vorhandene Sprachen entwickelt, darunter C++ für C sowie Erweiterungen für Pascal und Lisp. Dies führte dazu, dass wiederum bei der prozeduralen Programmierung nachgebessert werden musste, weil sich die Programmierer daran gewöhnt hatten.

Die Sprache Eiffel erlaubte sowohl prozedurale als auch objektorientierte Programmierung, wurde jedoch in den 1990er Jahren von Java verdrängt. Die im Auftrag von Microsoft entwickelte Sprache C#, welche erst 2001 entstand, orientiert sich an den Konzepten von C++ und Java. Die ebenfalls von Microsoft ins Leben gerufene Sprache Visual Basic (auf Grundlage von BASIC) entstand hingegen schon 1991, also zehn Jahre früher.

In den -90ern entstand auch das World Wide Web, der grafische Teil den Internet, den wir im Browser sehen. Die Internetseiten werden mittels der Auszeichnungssprache HTML dargestellt, das Design mit CSS formatiert, der enthaltene Programmcode mit JavaScript (JS) codiert und vom Browser verarbeitet. Für JavaScript entstehen Frameworks wie jQuery und AngularJS, welche die Programmierung vereinfachen und insbesondere den resultierenden Quelltext verkürzen.

Die Datenbanksprache SQL, welche schon in den -70ern entstand und zur Kommunikation mit Datenbeständen dient, spielt auch im Internet eine Rolle. Sogenannte CMS-Systeme wie Wordpress, Typo 3 oder Shopify speichern austauschbare Daten in Datenbanken, anstatt sie fest in der Internetseite zu verankern. Dies ermöglicht die Trennung von Vorlagen und dynamischen Inhalten.

Doch auch der Server, welcher die Internetseiten bereitstellt, hat seine eigenen Programmiersprachen. Als erste ist hier PHP zu nennen. Die Sprache leitet sich unter anderem ab von C, C++, HTML, Java und JavaScript. PHP-Code wird gar nicht erst zum Client (Browser) übertragen, sondern nur dessen Ergebnisse. So lassen sich etwa die Vorlagen mit den dynamischen Inhalten zusammenführen. Auf diese Weise haben sowohl Server als auch Client etwas zu tun, wenn es um die Darstellung von Webinhalten geht. Die Benutzeroberfläche phpMyAdmin und die Objektnotation JSON unterstützen bis heute Programmierer bei der Webentwicklung.

Weil das Betriebssystem Unix zu teuer war und DOS und Windows nur eingeschränkte Möglichkeiten boten, ist 1991 Linux geboren. Internetserver laufen meist entweder mit Unix oder Linux. In diesem Zusammenhang erblickte 1995 die Programmiersprache Ruby das Licht der Welt. Sie basiert u. a. auf Smalltalk, Lisp, Eiffel, Ada und JavaScript und bietet ein "Ruby on Rails" genanntes Framework, das PHP noch Konkurrenz machen soll.

Schon in den -80ern machte Microsoft mit seinem neuen Betriebssystem MS-DOS für IBM-Rechner von sich Reden, und bereits 1985 erschien Microsoft Windows in seiner ersten Version. 1991 erschien MS-Office. Um die Office-Programme wie Word, Excel, Access und PowerPoint programmieren zu können, entwickelte Microsoft die Skriptsprache VBA (Visual Basic for Applications). Inhaltlich haben Visual Basic und VBA wenig miteinander zu tun, ebenso wie JavaScript und Java.